Gestern Abend während unseres Illidan-Raids rief unser Restodruide ins TS, er könne sich nicht mehr einloggen. Bei weiteren Versuchen folgte die Fehlermeldung: "Dieser Account wurde permanent geschlossen". Unserem Shadowpriest ging es übrigens ähnlich - übrigens nehmen wir je einen Resto-Druiden und nen Shadowpriest auf. *zwinker*
Lange Rede, kurzer Sinn, Blizzard hat am gestrigen Abend wohl 500.000 WoW-Accounts gebanned. Der Aufschrei, der durch die Community geht, ist gewaltig: Wahre Wellen von Beschwerdemails erreichten mich in den letzten Stunden. Natürlich ist jeder unschuldig und hat laut eigenen Umschreibungen nie irgendwas falsches getan.
Auf eine erneute Nachfrage hin, gaben zumindest die Leute, die bei uns aus der Gilde gebanned wurden, dann auch zu, "mal mit dem Glider-Bot experimentiert zu haben".
Im offiziellen Glider-Forum lachen sich da professionellen Goldfarmer über die Banwelle kaputt: "Na und, ich habe in zwei Wochen neue 70er hochgebottet und dann geht's weiter". Mich beschleicht momentan extrem der Verdacht, dass es mal wieder nur den "kleinen Mann" getroffen hat. Nachdem ich ca. 10-12 60er Chars selbst hochgespielt habe, muss ich eingestehen, dass ich für jeden Menschen Verständnis habe, der keinen Bock mehr auf das nervige Leveln hat und sich nen Char hochbottet. Solange man nicht tagelang im BG Ehre leecht, sehe ich auch ehrlich gesagt nicht den Schaden, den man mit dem puren Hochleveln anderen Spielern zufügt.
Laut den Gerüchten, die momentan rumgehen, ist es wohl so, dass der Glider-Entwickler nach dem Prozess, den Blizzard gegen ihn führte, wohl den Source-Code des Bots zur Verfügung gestellt hat und man so den Glider detecten kann. Angeblich scannt die Warden-Software nun einfach die Platte nach den Glider-Dateien und reagiert dementsprechend darauf. Ein Hersteller, der seinen Kunden verspricht, einen Bot zu vertreiben, der "not detectable" ist, und dann alle seine Kunden in die Pfanne haut, um die eigene Haut zu retten, ist schon extrem armselig.
Trotzdem kann man aber resümieren, dass Blizzard mit dieser Aktion wohl ein wirkungsvoller Schlag gegen die Botter gelungen ist: Zum einen wird nun niemand mehr freiwillig botten, und zum anderen werden dem Glider-Entwickler nun wohl weitere Klagen von frustrierten WoW-Spielern ins Haus flattern. Ich bin trotzdem der Meinung, dass hier ein Exempel auch an den "kleinen" WoW-Spielern statuiert wurde. Ich kann nicht wirklich einschätzen, ob die große Menge an Mails von "Unschuldslämmern", die mich erreicht hat, wirklich nicht gebottet haben. Allerdings finde ich es ziemlich unprofessionel von Blizzard, Leute ohne jeglichen Verwarnungen einfach zu bannen, die teilweise wirklich nur mit dem Bot experimentiert haben - zumindest laut eigener Beschreibung. Ein 3-Tage-Ban hätte sicherlich eine ähnliche Wirkung gehabt. Außerdem bin ich, wie beschrieben, der Meinung, dass man ganz klar zwischen PvP-Botten und PvE-Botten unterscheiden sollte. Mir ist durchaus bewusst, dass Blizzard hierfür noch die technischen Mittel fehlen, allerdings stelle ich es mir nicht sonderlich schwer vor, die Täter-Accounts danach zu durchsuchen, ob man 400.000 Gold verschickt hat oder halt nicht.
Interessant ist hierbei auch, dass in der "Gerüchteküche" immer wieder behauptet wird, die massiven Lag- und Latenzprobleme, die in den letzten Wochen und Monaten herschten, würden damit zusammenhängen, dass Blizzard die Bandbreite gebraucht habe, um mit der Wardensoftware alle Accounts durchzuscannen.
Man muss sich also nicht wundern, dass einem besonders in den USA die Abonnenten weglaufen. Angeblich gibt es dort massive Einbrüche, was Kunden angeht, bzw. massive Abo-Kündigungen. Die zehn Millionen Kunden wird man also nicht mehr länger halten können - schon allein, weil man ja jetzt 500.000 Leute selbst rausgeschmissen hat...